Angaben zur Zusammensetzung

Kennzeichnungsarten:

Hier lässt der Gesetzgeber dem Hersteller die freie Wahl zwischen einer Einzeldeklaration (transparente Auflistung jeder einzelnen Zutat) oder einer Gruppendeklaration (Zusammenfassung in Oberbegriffen).
Bei beiden Kennzeichnungsarten müssen die Zutaten in der absteigenden Reihenfolge ihrer Gewichtsangaben erfolgen. Angaben über den tatsächlichen Anteil in Prozent sind freiwillig. Der prozentuale Anteil muss nur dann angegeben werden, wenn eine bestimmte Zutat (die geschmacksgebende Komponente) besonders hervorgehoben wird. Diese prozentuale Angaben sind Mindest- oder Höchstgrenzen der einzelnen Futterbestandteile, die kleinen Schwankungen unterliegen.
Zu beachten ist, dass der Fleischanteil vor der Verarbeitung gewogen wird. Bei Trockenfutter verringert sich dieser sich um rund 65%. Das heißt beim Endprodukt sieht die Bilanz bereits ganz anders aus.
Der Anteil der Geschmacksrichtung z.B. Lamm muss mindestens 4 % betragen. Das ist wahrlich nicht viel. Dabei beziehen sich diese 4 % auf die 100 % des Doseninhalts. Das heißt - in einer 400 g Dose sind gerade mal 16 g Lamm. Unklar bleibt aber, aus welche Komponenten (Muskelfleisch oder Innereien) sich die 4 % Lamm im Beispiel zusammensetzten. Die restlichen 96 % des Inhalts bleiben des weiteren unbestimmt.

Beispiele zu Deklarationen: *

  • Mit Huhngeschmack bedeutet >0 % aber weniger als 4 % Huhn
  • Mit Huhn / enthält Huhn bedeutet mindestens 4% Huhn im Futter
  • Mit viel Huhn / mit extra Huhn / Reich an Huhn dann sind mindestens 14 % Huhn enthalten
  • Huhnmahlzeit / Huhnmenü / Huhn dann enthält das Futter mindest 26 % Huhn
  • Reines Huhn / Huhn pur ist tatsächlich zu 100 % Huhn, es dürfen aber Zusatzstoffe Nährstoffergänzungen und Wasser enthalten sein.


* Aussagen zur Auslobung einer bestimmten Zutat (am Beispiel Huhn) und der entsprechende Mindestanteil im Futtermittel. Rechtsgrundlage: VO 767/2009, FEDIAF Code of good labelling practice for pet food

Wer nichts zu verbergen hat, wählt mit Sicherheit die Einzeldeklaration. Große Marken verlassen sich wohl auf Ihren guten Ruf, denn hier finden sich leider sehr selten Einzeldeklarationen auf den Futtermitteln. Darüber sollte man sich mal Gedanken machen.
Auch auf die Wortwahl der Zutaten muss man sein Augenmerk richten. Zum Beispiel zeigt die Angabe “Geflügelfleischmehl” oder “Geflügelmehl” beim Trockenfutter einen großen Qualitätsunterschied auf. Wird beim ersten das getrocknete Geflügelfleisch zermahlen beigegeben handelt es sich bei der zweiten Angabe vermutlich nur um zermahlenen Klauen und Schnäbel (siehe hierzu unter Futterqualität - Woran erkenne ich hochwertiges Futter).

Einzeldeklaration (= offene Deklaration)

Jede einzelne Zutat muss auf dem Etikett explizit aufgeführt werden. Dadurch lässt sich die Qualität der eingesetzten Bestandteile und damit die Qualität des Futtermittels sehr gut einschätzen.
Aber Achtung: Auch bei der Einzeldeklaration kann getrickst werden. Werden z.B. keine Mengenangaben hinter der Zutat angegeben, kann man ein Futter mit wenig Fleischanteil optisch verbessern indem der Getreideanteil aufgesplittet wird. Anstelle einer Zutat “Getreide” mit hohem Anteil entstehen mehrere Zutaten z.B. “Mais, Maiskleber, Weizenmehl, Weizen, Reis” mit jeweils geringerem Anteil und sind damit hinter der Position “Fleisch” aufgelistet.
Wir deklarieren offen: Beispiel: Sanoro Sensitiv Lamm:Muskelfleisch vom Lamm (30%), Karotten (20%), Buchweizen (15%), Eisbergsalat (12%), Salatgurken (10%), Magerquark (5%), Himbeeren (5%), Kokosraspel, Hagebuttenpulver, Eierschalenpulver,  Leinöl und Meersalz.

Gruppendeklaration (= geschlossene Deklaration)

Hier können die Zutaten gleicher Art unter einem Oberbegriff (Gruppe) zusammengefasst werden.
So werden z.B. unter dem Deklarationspunkt “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” alle Rohstoffe tierischen Ursprungs gebündelt. Neben dem hochwertigem Muskelfleisch können also auch Innereien, Schlachtabfälle (Euter, Sehnen, Klauen, Federn...) oder Knochenmehl als Zutat gemeint sein. So kann es unter Umständen sein, dass das Futter sogar überwiegend aus minderwertige Nebenerzeugnisse besteht. Die Geschmacksrichtung (z.B. Lamm mind. 4 %) wird dann in Klammern dahinter gesetzt. Das bedeutet jedoch nicht, dass nur Fleisch vom Lamm enthalten ist. Nicht selten findet sich aus Kostengründen eine Mischung verschiedener Tier- bzw. Fleischsorten im Futter. Häufig werden die Angaben mit “mind. x % frisches Fleisch” noch ergänzt. Diese beziehen sich aber nur auf die in diesem Beispiel 4 % Lamm-Anteil. Es bleibt jedoch immer noch verschleiert, um welche weiteren Fleischsorten es sich noch handelt und wie hoch der tatsächliche Fleischanteil ist.
 

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