Futterbedarf meines Hundes


Weiteres zum Futterbedarf: 

Die DLG - Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft - hat eine m.E. sehr gute und leicht zu handhabende Formel für den Kalorienbedarf eines normalgewichtigen, normal aktiven erwachsenen Hundes veröffentlicht.

Sie lautet: 
Körpernormalgewicht hoch 3, daraus die 4. Wurzel und das Ergebnis mal 95 = Kalorienbedarf. Beispiel: Normalgewicht 15 kg: 15 x 15 x 15 = 3.375, daraus die 4. Wurzel (2 x Wurzeltaste drücken) = 7,72 x 95 = 724 kcal. 

Neben dieser Faustformel gibt es natürlich noch tiefer gehende Dinge, die Sie bei der Fütterung Ihres Hundes beachten sollten:

Rasse:

Die Systematisierung von Hunden reicht bis in die Antike zurück. Schon die Römer klassifizierten  Hunde nach ihrer Verwendung und ordneten diese in die drei Rassen Wachhund, Hirtenhund und Jagdhund ein. Die moderne Systematik ist viel komplexer. Gemäß dem FCI (= Fédération Cynologique Internationale), dem größten internationalen Dachverband der Kynologie (Lehre des Hundes), sind aktuell 343 anerkannte Hunderassen (Stand Mai 2016) systematisiert und aufgelistet. Dabei unterscheidet man zwischen 10 Gruppen, die so genannten Rassestandards, die das Aussehen und Verhalten des Hundes beschreiben. Diese Standards können wiederum in bis zu 11 Sektionen weiter unterteilt werden. Jeder Hunderasse wird somit durch seine typischen Rassemerkmale wie Körperbau, Fell, Robustheit, Wachstumsverhalten oder seinen Grundumsatz und somit Energieverbrauch beschrieben. Ebenso wie auch sein Wesen bzw.  Charakter und seine Anfälligkeit für spezielle Erkrankungen Rassetypisch sind. Der FCI dient dabei dem Zweck die Zucht, die Kynologie und das Wohlergehen der Hunde weltweit zu fördern.

Körpergröße:

Hunderassen werden je nach Schulterhöhe in kleine (bis 39 cm), mittelgroße (40 bis 59 cm) und große (ab 60 cm) Rassen eingeteilt. Wie jedes Säugetier nutzt auch der Hund einen großen Teil seiner Energie zur Aufrechterhaltung seiner Körperkerntemperatur. Was oft vergessen wird ist, dass kleinere Hunde im Vergleich zu Größeren eine größere Körperoberfläche besitzen und damit mehr Wärmeverlust ausgleichen müssen. Mit andern Worten kleiner Rassen haben bezogen auf Ihre Körpergröße und Gewicht einen etwas höheren Energiebedarf als große Hunde.

Gewicht:

Je mehr Gewicht ein Hund auf die Waage bringt, desto höher ist in der Regel auch sein Kalorienbedarf. Wie viel Gewicht ein Hund haben darf, lässt sich anhand der rassetypischen Durchschnittswerte gemäß des FCI-Rassestandards unter Berücksichtigung der Schulterhöhe ermitteln. Bei Mischlingshunden existiert hingegen keine Idealvorgabe.
Als Faustregel gilt jedoch: Die Rippen sollten leicht ertastbar, aber nicht äußerlich sichtbar sein. Eine deutliche Taillenbildung muss, von oben betrachtet, erkennbar sein.

Alter:

Welpen benötigen Energie zum Wachsen. Die Tagesrationen sollen so bemessen ein, dass der heranwachsende Hund - unter ständiger Gewichtskontrolle - kontinuierlich zunimmt, aber bitte mästen Sie Ihr Tier nicht. Achten Sie bitte darauf, dass das Futter stets zimmerwarm serviert wird. Übrigens unsere Classic Menüs können aufgrund ihres hohen Fleischanteils auch bedenkenlos an Welpen gefüttert werden. Schließlich machten auch die Vorfahren unserer Haushunde in der Zusammensetzung ihrer Nahrung keinen Unterschied hinsichtlich ihres Alters. Um den erhöhten Kalziumbedarf eines Welpen zu decken empfiehlt es sich den Classic Menüs etwas Eierschalenpulver (sehe unter “Nahrungsmittelergänzung”) unterzumischen.

Ein ausgewachsener Hund hat seine optimale Tagesrationgefunden, wenn er bei gleicher Aktivität und Normaltemperatur innerhalb von drei Wochen nicht mehr zunimmt. Parallel kontrolliert man den Bauchumfang am Übergang vom Brustkorb zum Hinterleib. Auch dieser sollte nun unverändert bleiben.

Außentemeratur:

Wie beim Menschen ist auch bei jedem Hund der Grundumsatz und somit der Energiebedarf bei niedrigen Temperaturen, sprich in den Wintermonaten, höher. Dies betrifft ganz besonders die Hunde, die das ganze Jahr über in der Outdoor-Haltung sind. Pauschal lässt sich sagen, dass der Bedarf bei kurzfelligen Hunde in der kalten Jahreszeit vergleichsweise höher ist als bei Langhaarigen.

Aktivität:

Gemütliche Hunde haben in der Regel auch einen deutlich geringeren Energiebedarf als temperamentvolle Charaktere. Aktive Hunde wie Schlittenhunde und Gebrauchshunde (z.B. Polizeihund) und Hunde die viel Sport (Agility, Apportieren,Discdogging oder Dogdancing…) betreiben haben selbstverständlich einen erhöhten Leistungs- und somit einen höheren Energiebedarf.
Aber auch Stresssituationen können zu erhöhter Aktivität und damit zu erhöhtem Energiebedarf führen. Ebenso ist eine trächtige und säugende Hündin stärker gefordert und benötigt daher mehr Energiezufuhr.
Richten Sie die Futtermenge nach der Tagesaktivität ihres Hundes aus. Hat Ihr Hund mehr Leistung als üblich gebracht z.B. nach einer großen Wanderung, benötigt Ihr Tier auch mehr Futter.

Anzahl der Mahlzeiten:

Wie auch bei uns Menschen ist es für die Gesundheit und Vitalität Ihres Tieres förderlich, die Energiezufuhr auf mehrere Mahlzeiten zu verteilen. Denn neben einer ausgewogenen Kalorienzufuhr erreichen Sie auch eine gleichmäßige Belastung des Verdauungsapparates. Dies mindert u.a. auch das Risiko einer Magendrehung, die insbesondere bei großen Rassen wie z.B. Schäferhunden gern eintritt, wenn nur eine große Mahlzeit am Tag verabreicht wird. Zudem zählt die Fütterung für Ihren Hund zu seinen Tageshöhepunkten. Warum sollten Sie ihn daher nicht gleich zweimal verwöhnen? 
Idealerweise soll die Fütterung stets zu gleichen Tageszeiten erfolgen, denn so verhindern Sie, dass Ihr Hund anfängt zu betteln. Hunde sind Gewohnheitstiere und lieben feste Tagesabläufe.
Achten Sie darauf, dass das Futter Zimmertemperatur hat und nicht direkt aus dem Kühlschrank serviert wird. Nassfutter sollte in den Sommermonaten nicht zu lange im Napf verbleiben und auch nicht direkt in der Sonne stehen, da es verderblich ist. Insbesondere hochwertige Nassfutter ohne Konservierungsstoffe wie unser Sanoro könnte bei einer intensiven Sonneneinstrahlung unter Umständen Schaden nehmen.
Gönnen Sie Ihrem Tier nach der Fütterung eine längere Ruhephase. Mit vollem Magen sind auch Sie nicht leistungsfähig. Idealerweise geben Sie Ihrem Hund nach dem Auslauf sein Futter. Bitte achten Sie darauf, dass Ihrem Hund stets frisches Wasser zur freien Verfügung steht.

Welpen (2 bis 6 Monate alt)Jungtiere (6-12 Monate) sollten Ihren Energiezufuhr auf 2 bis 3 Mahlzeiten am Tag verteilt bekommen.
Bei einem ausgewachsenen Hund (ab 1 Jahr) empfehlen wir das Futter auf 2 Mahlzeiten am Tag zu reduzieren.
Beim "
Senior" wird häufig die Tagesration wieder auf 3 kleinere Portionen aufgesplittet.

Wieviel Abwechslung im Speiseplan muss sein?

Im Gegensatz zum Menschen, dem Allesfresser (Omnivore), ist der Hund ein Beutetierfresser (Carnivore). Das heißt er ist nicht wie wir auf eine abwechslungsreiche Kost angewiesen bzw. sein Verdauungsapparat ist gar nicht darauf eingestellt. Seine Ernährung ist somit von Natur aus vergleichsweise “einseitig”. Im Gegenteil - ein ständiger Futterwechsel würde eher schaden, als Ihrem Hund eine willkommene Abwechslung zu bieten. Die Umstellung auf ein anderes Futter versetzt insbesondere die empfindliche Darmflora Ihres Hundes in Stress und belastet damit seinen ganzen Organismus. Durchfall, Blähungen und Erbrechen können die Folge sein. Insbesondere bei einem plötzlichen Futterwechsel treten diese Beschwerden auf. Um dauerhafte Verdauungsprobleme zu vermeiden, sollte man daher auf übermäßige Variation von Futtersorten bzw. Futterzusammensetzungen verzichten.

Nur wenn sich der Energie- und Nährstoffbedarf aufgrund von äußeren Umständen z.B. Krankheit oder Trächtigkeit verändert haben, macht es Sinn das Futter entsprechend umzustellen. Dabei ändert sich im Idealfall nur die Zusammensetzung des Futters, d.h. das Verhältnis der gewohnten Futterbestandteile zueinander und nicht gänzlich die Futtersorte. Probleme treten in diesem Fall nur selten auf.
Wichtig ist, dass Ihr Hund mit ausreichend Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt wird, die seine individuellen Bedarfsanforderungen abdecken. Ein gutes Alleinfuttermittel erfüllt diesen Anforderungen. Es ist daher theoretisch möglich seinen Hund nur mit einer einzigen Futtersorte zu ernähren.

Ein Hund der nie eine Abwechslung in der Futter- bzw. Fleischsorte und damit verbunden verschiedene Geschmacksrichtungen kennengelernt hat, wird auch keine Variation verlangen. Es macht dennoch Sinn seinem Hund von kleinauf an eine kleine Vielfalt an Futtersorten zu gewöhnen. Denn sollte eines Tages eine Unverträglichkeit bzw. Allergie auftreten oder eine Diät notwendig sein, sind Sie unter Umständen gezwungen das Futter auf eine ungewohnte Geschmacksrichtung umzustellen. Dann kann es passieren, dass Ihr Hund sich weigert das neue Futter zu fressen.

Unser Tipp: Legen Sie sich auf eine kleine Vielfalt an Futtersorten fest, die Sie Ihrem Hund regelmäßig füttern. Am besten wählen Sie Sorten einer Marke, da diese ähnliche Zutaten verwenden. Oft sind es neben ungewohnten Zutaten auch die Futterzusätze, Geschmacksverstärker und Konservierungstoffe, die bei Futterumstellungen zu Problemen führen. Achten Sie darauf, dass jede der ausgewählten Futtersorten für sich den individuellen, täglichen Nährstoffbedarf deckt. Um den Organismus Ihres Hundes nicht durch einen wöchentlichen Futterwechsel unnötig zu belasten, variieren Sie das Futter innerhalb des Tages. Diese Futterroutine kann Tag für Tag beibehalten werden.

Fastentag für Hunde - Ja oder Nein? 

Viele Züchter und Hundebesitzer vertreten immer noch die Meinung, dass ein Hund einmal die Woche fasten soll, d.h an einem Tag pro Woche nur Wasser zu sich nehmen darf
Die Befürworter argumentieren mit folgenden zwei Begründungen:

  1. Der Hund stammt vom Wolf ab. Wölfe in freier Natur kommen bis zu zwei Wochen ohne Futter aus.
  2. Fasten ist gesund. Es reinigt den Darm und entgiftet.

Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft können diesen Effekt der zweiten Begründung jedoch nicht belegen. Ein einziger Tag reicht zur Entschlackung und Entgiftung nicht aus. Zudem ist der Organismus und Stoffwechsel beim Hund darauf ausgelegt regelmäßig mit Nährstoffen versorgt zu werden. Eine Fehl- bzw. Unterversorgung kann sogar zu gesundheitlichen Problemen führen.

Dem ersten Argument widerspricht die Tatsache, dass Wölfe nicht freiwillig hungern, sondern aufgrund des stark schwankenden Nahrungsangebotes in der freien Natur über einen längeren Zeitraum gezwungen sind auch mal ohne Fleisch auszukommen. Nach einem Beutefang schlagen sich die Wölfe allerdings den Bauch voll. Nach einem Fastentag erhält der Hund jedoch keine Sonderration. Auch lässt es sich beobachten, dass sich Wölfe zwischen der Jagd mit Beeren ernähren, also auch nicht grundsätzlich fasten. Wie immer gibt es natürlich auch Ausnahmen. So kann es aus medizinischen Gründen notwendig sein, dass Ihr Hund fasten muss. Z.B. vor Blutuntersuchungen oder wenn eine Krankheit des Verdauungstraktes vorliegt. In diesem Fall wird Ihr Hund vermutlich ohnehin das Fressen verweigern.

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